In der darauf folgenden Zeit überlegte ich, wie ich unser Spiel weiterführen und sie wieder auf das Spielfeld bekommen konnte.
Das Schwimmbad war nicht wirklich groß und das Publikum zum größten Teil auch deutlich zu alt gewesen, doch ich erinnerte mich auch daran, dass wir vormittags dort waren und das wir zum Ende unseres Besuches mit einer Angestellten des Hauses sprachen, die verlautbaren ließ, dass das Publikum zum späteren Abend weit aus jünger ist.
„Lust, schwimmen zu gehen?“
„Gerne!“
„In dem Schwimmbad, in dem wir vor kurzem waren.“
„Ok.“
Märzgeburt /// Lustschmerz
Ein Moment vollkommener Ruhe trat ein. Ein Moment frei von Sorgen, frei von Gedanken, die negativ an mir zerrten, während ich versuchte, stets heiter zu wirken. Doch so sehr ich mich der Wirklichkeit über Wasser auch entziehen wollte, ich spürte den Drang, mich genau dieser Welt immer wieder hinzugeben. Einer Welt, die mir die nötige Luft zum Atmen gab. Einer Welt, die mich gefangen hielt und ein Entkommen schier unmöglich machte. Ich schaute auf die mit Stuck verzierte und einem himmelgleichen Bildnis versehene Malerei an der Decke und schloss die Augen.
Warum verfiel ich der immer wiederkehrenden Einsamkeit? Warum ergriff das Gefühl immer wieder meinen Körper und ließ mich an der Liebe zweifeln? Ich wandte meinen Blick Richtung Fenster. Wortlos begrüßte ich die Spiegelung meiner selbst.
Märzgeburt /// Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt
Kaum hatte ich den edlen Glanz des Marmors in seiner gesamten Anmut erfasst, richtete ich meinen Blick nach oben und erfasste die schier atemberaubende Architektur. Riesige Kristallleuchter schienen auf Grund der nahezu unsichtbaren Befestigungen im Raum zu schweben und das gewölbeartige Kuppeldach mit ihrer Leuchtkraft einzunehmen. Als ich meinen Blick wieder senkte, entdeckte ich zudem unzählige Barockmöbel, die meinem neuen Zuhause abschließend eine königingleiche Aura verliehen.
Ich war von diesem Hotel begeistert und ließ es meinem Freund mit einem flüchtigen Kuss wissen.
„Wie lange brauchst Du noch.“, fragte ich ihn.
Anstatt auf meine Frage einzugehen, ließ er mich scheinbar ungehört neben sich stehen.
Märzgeburt /// Endlich angekommen?
Einen Moment lang hielt ich inne. Warum war es mit einem Mal so still? Im Geiste ging ich die Empfindungen durch, die sich geändert zu haben schienen. Die leisen Vibrationen waren verstummt. Waren wir endlich angekommen? Ich öffnete meine Augen, doch anstatt auf die vertraute Person an meiner Seite zu blicken, schaute ich ins Leere. Neugierig spähte ich umher. Wo war er?
Die Antwort tauchte unvermittelt in mein Bewusstsein. Der Wagen stand vor dem De l’Europe. Er hatte es bereits auf der Fahrt sehr malerisch umschrieben. Die Realität wirkte jedoch wie ein Märchen aus tausend und einer Nacht. Das Hotel lag am Amstel River, einem für Amsterdam so typischen Wasserkanal. Ein Haus, welches sich der Kategorie Luxus verpflichtet hatte und im Stile eines Schlosshotels erbaut wurde.