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Russisches Roulette /// Erregung, Eifersucht, meinetwegen auch Angst

„Du lebst noch?“, begann sie das Gespräch mit einem Lächeln.
„Du anscheinend auch.“, erwiderte ich kühl.
Stille.
„Ich möchte Dich gerne sehen.“, versuchte sie mir anscheinend zu sagen, dass sie trotz unseres Streits große Sehnsucht empfand.
„Wie wäre es mit Samstag? 16 Uhr?“
„Geht es auch später? 16 Uhr bin ich wahrscheinlich noch immer das sexy Nummerngirl.“
Mir stockte der Atem.
„Du machst es doch?“
„Warum nicht?“

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About Olivia /// Wahrheit oder Lüge

Dunkelheit. Vollkommende Stille. Einzig mein linker Arm bewegte sich immer wieder nach dem gleichen Muster. Was hatte ich mir bei all dem bloß gedacht? Vollkommen verschwitzt saß ich in meinem Bett und starrte ins Leere. Ich schien mich nur langsam von meinem Traum lösen und in die Wirklichkeit zurückkehren zu können.
Warum konnten Träume so verdammt authentisch sein und es jederzeit mit der Realität aufnehmen? Ich zog an meiner Zigarette und atmete tief ein. Steckte in diesen Träumen mehr als in anderen? Mehr Wahrheit oder mehr Lüge und lehnte mich mit dem Rücken gegen die Wand. Es kam mir vor, als ob ich noch immer in meinem Traum gefangen war. Erregung und Abscheu und bezog beides auf diesen Traum. Ich hatte diesem Mann auf der Toilette tatsächlich einen geblasen.

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Märzgeburt /// Gefühl und Verstand

Kaum hatte ich den Lift verlassen, stand ich in einem schier riesigen Wintergarten. Wände, Decken, selbst weite Teile des Fußbodens waren aus Glas und verschafften dem Raum eine sagenhafte Transparenz. Brennende Teelichter in kleinen durchsichtigen Gläsern säumten den Weg in das Innere des Lokals, dem ich zunächst nur mit meinen Augen neugierig folgte. Überall standen reich verzierte Amphoren, die mit verschieden farbigen Hortensien bepflanzt waren und diesem Ort abschließend eine überaus märchenhafte beinahe schon kitschige Atmosphäre verliehen. Das genaue Gegenteil zum Foyer. Von dieser eindrucksvollen Stimmung überrannt, setzte ich langsam einen Fuß vor den anderen. Mit ausgestreckten Armen den seidenen, ebenso transparenten Vorhängen an den Wänden folgend, erkannte ich plötzlich die schemenhaften Umrisse einer Frau.

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Russisches Roulette /// Alles oder nichts

Ich wurde das Gefühl nicht los, dass ihre Worte lediglich ein weiterer Versuch waren, meiner aufrichtigen Zustimmung näher zu kommen und ihre eigenen, verdorbenen Gedanken mit einem Gewissen zu versehen und tat ihre rebellische Art mit einer gehörigen Portion Gleichgültigkeit ab.
„Begehrst Du mich wirklich?“, fragte sie mich wenige Tage später aus dem Nichts.
„Stelle Dir vor, Du würdest die vollkommene und zweifelsfreie Gewissheit leben, dass ich Dich über alles begehre, dass es für mich im selben Atemzug dennoch unglaublich wichtig wäre, dass Du Deine Verbindung zu Alex noch einmal prüfst. Was würdest Du denken und was noch viel entscheidender wäre, was würdest Du fühlen?“
Hilfesuchend blickte sie sich um.

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About Olivia /// Die Fremde an unserem Tisch

Sofort nachdem ich das Sultan betreten hatte, verschluckte mich die Geräuschkulisse des nahezu überfüllten Restaurants. Wohin ich auch blickte, überall schaute ich auf reich gedeckte Tische, an denen unzählige Menschen saßen und ihrer Gesellschaft die Ehre erwiesen.
Runde für Runde begann ich plakativ zu mustern. Befand er sich womöglich an einem dieser Tische? Noch im selben Moment gab ich meine Bedenken, dass dieses Treffen allzu intim verlaufen könnte, der Lächerlichkeit preis. Ich wurde unsicher und blieb stehen.
In dem Moment in dem ich wieder kehrt machen wollte, erkannte ich ihn unverhofft an einem Tisch. Allem Anschein nach war er allein und steuerte zielstrebig auf ihn zu.

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