Sekunden wurden zu Minuten! Ihre Körper, ihre Gesichter waren im Zuge der Unterhaltung unabhängig meiner eifersüchtigen Blicke weiterhin dicht an dicht. Unwegsames Gedränge. Die Gefahr, sie auf Grund des Trubels immer wieder kurz aus den Augen zu verlieren. Der aufkeimende Gedanke, sie alleine zu lassen, ihrem Flirt nicht mehr länger beiwohnen und eine Etage tiefer, wie bei einem anspruchsvollen Kinofilm mit Überlänge zur Entspannung, nein, wohl eher aus Demut eine rauchen zu wollen.
Russisches Roulette /// Paralysierende Symphonien (1/2)
Erregung und Eifersucht waren allgegenwärtig und sorgten für eine unglaublich intensive Präsenz. Getreu dem Motto „Was ich nicht sah, war auch nicht da“ gab ich mich Olivias fortlaufen Inspirationen begierig hin. Was mich betraf wollte ich mehr, viel mehr! Dabei tanzte ich wie in Trance um das Feuer und ignorierte die Chance, mich immer wieder aufs Neue gehörig zu verbrennen.
Märzgeburt /// Nur ein weiteres schmerzhaftes Intermezzo
„Wo warst Du? Wir hatten eine Verabredung!“, schrie mich Oscar wutentbrannt an. Kleine Schweißtropfen in seinem Gesicht verrieten mir sein derzeitiges, unglaublich strapaziöse Empfinden. Als wolle er mich zu einem Zweikampf herausfordern, kam er Stück für Stück näher. Alles was ich ihm entgegnen konnte, war die Bitte, sich zu beruhigen und drängte mich an ihm vorbei.
„Ich will mich aber nicht beruhigen!“, schrie er mir sofort hinterher. Mit jedem weiteren Moment schien seine Wut ins Unermessliche zu steigen.
„Könntest Du Dein Problem ein wenig dezenter gestalten?“, kommentierte ich seine laute Art. Schließlich waren wir nicht zu Hause, sondern in einem Hotel.
Märzgeburt /// Retter in der Not
Meine Lippe wurde taub. Je öfter ich sie mit meinen Fingern vorsichtig berührte, desto mehr versuchte ich nicht daran zu denken, welches Bild ich in diesem Moment abgab und konzentrierte mich auf eine weitere Möglichkeit, mich Adamos Anwesenheit zu entziehen.
Wir befanden uns in einer dunklen Seitenstraße des Paradiso. Wie um alles in der Welt sollte mich hier jemand ernst nehmen und schaute an mir herunter.
„Mir ist kalt.“, begann ich schließlich unser Schweigen zu brechen. Abwertend schaute ich ihn an. Die einzige Reaktion, zu der er fähig war, war die, sein Handy aus der Hosentasche zu holen und eine Nummer zu wählen. Je kälter mir wurde, desto klarer wurde ich schließlich in meinem Kopf. Mich erreichte mehr und mehr der Drang, ihn davon in Kenntnis zu setzen, dass der Abend für uns beide an dieser Stelle beendet war und ich keinen Wert mehr auf seine Anwesenheit legte.
Märzgeburt /// Narren
Kaum hatten wir die Garderobe betreten, stürmten mehrere Gogo Tänzer in Engelskostümen auf uns zu und drängelten sich an uns vorbei.
„Hier lebt ihr also.“, flüsterte ich nachdem schlagartig wieder Ruhe eingetreten war leise vor mich hin und schaute mich neugierig um.
„Ist das eine Neue?“, fragte der scheinbar einzig zurückgebliebene Akteur in meine Richtung.
„Nein. Ist sie nicht.“, antwortete Isabella kurz.
„Warum ist sie dann nackt?“
Seine Augen begannen auf meinem Körper zu tanzen. Ohne auf seine Frage einzugehen, führte sie mich zu einer Couch.