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Real Life /// Prinzessinnenhaftes Erscheinungsbild

Wenige Tage bevor ich wieder zu Laura flog, bestellte ich auf eis.de das ein oder andere Sexspielzeug. Kurz nachdem ich die Bestellbestätigung erhalten hatte, schaute ich noch einmal auf das Lieferdatum. Sicher ist sicher, dachte ich und hoffte inständig, dass die Sachen auch pünktlich geliefert wurden.
„Die Spielsachen sind auf den Weg.“, setzte ich sie schließlich darüber in Kenntnis.
„Das trifft sich gut. Habe nämlich gerade ein Spannbettlaken mit einer Gummierung gekauft. Damit können wir hemmungslos drauf losficken, ohne Sorgen, dass die Matratze in Mitleidenschaft gezogen wird. Keine Grenzen!“, kam ihre Antwort prompt zurück.
„Mir läuft das Wasser im Mund zusammen.“, erwiderte ich.

„War gerade beim Friseur. Und so sehe ich jetzt aus.“, erreichte mich Stunden später eine E-Mail von ihr. Als ich nach unten scrollte, entdeckte ich ein Foto, das sie am Steuer ihres Autos zeigte.
„Bist Du heiss!“, schrieb ich voller Begeisterung. Kannte ich Laura bisher nur mit welligen bisweilen leicht lockigen Haaren waren ihre Haare auf dem Foto akkurat glatt geföhnt.
„Wusstest Du eigentlich, dass mich glatte Haare am meisten anturnen?“
„Nein?“
„Und als ob dieses verdammt attraktive Bild von Dir noch nicht ausreichen würde, habe ich schon den ganzen Tag furchtbar dreckige und versaute Phantasien im Kopf!“
„Die musst Du mir heute Abend unbedingt erzählen! Muss doch wissen, was so alles im Kopf meines versauten Lieblings herumschwirrt. Ich fahre übrigens gleich nochmal ins Büro. Spontansitzung mit einem Kunden. Ich küsse Dich ganz zärtlich auf den Mund und sauge fordernd an Deiner Schwanzspitze. Oder doch lieber gleich ganz tief in meinen Mund?“

Gegen 19 Uhr schrieb ich ihr, dass ich in Kürze das Büro verließ und mich auf den Weg zu mir nach Hause machte. Ich hoffte inständig, dass wir gleich skypen konnten, damit sie mir endlich ihre glatten Haare, wenn auch lediglich per Videochat, präsentieren konnte.
„Bin noch immer im Büro.“, schrieb sie mir ein paar Minuten später mit einem traurigen Smiley zurück.
„Melde mich, wenn wir fertig sind.“
„Bin feucht!“, piepte mein Handy ein drittes Mal.

Sofort schaute ich auf die Uhr. Damit war sie nunmehr seit knapp drei Stunden mit diesem Kunden zusammen! Mit wir meinte sie doch den Kunden von heute Nachmittag oder etwa nicht? Gleich darauf schaute ich noch einmal auf das Foto, das sie mir geschickt hatte. Galt meine Aufmerksamkeit vorhin einzig und allein ihren Haaren achtete ich nun auch darauf was sie anhatte. Sie trug ein Minikleid im Retro-Look, das sie auch schon in meinem Beisein angehabt hatte. Eins, mit dem sie bereits ohne diese verdammt verführerischen Haare überaus attraktiv aussah. Mit diesen Haaren musste sie noch um einiges attraktiver wirken und ärgerte mich, dass ich an Tagen wie diesem nicht bei ihr auf der Insel war. An ihrem Hals hing eine Kette mit übergoßen Ornamenten, die vom Hals, bis ungefähr zum Bauchnabel hing.
Alles in allem sah sie aus, als ob sie sich gerade auf dem Weg zu einer 70iger-Jahre-Party befand und begann leise vor mich her zu schmunzeln. Als ich einmal mehr auf ihre glatten Haare achtete, registrierte ich wiederholt einen Ansturm großer Erregung, der plötzlich von einem nicht minder wirkenden Gefühl von Eifersucht flankiert wurde.

„Bin feucht!“, las ich ihre Worte noch einmal durch. Bezog sie das auf ihn oder auf mich? Der Wunsch, sie das augenblicklich fragen zu wollen. Die Erkenntnis, dass ich bei ihr auf keinen Fall den Eindruck hinterlassen wollte, dass ich ihr nicht vertrauen konnte.
Bin feucht, wiederholte ich in Gedanken und überlegte, inwieweit er etwas von ihrer Erregung mitbekam. Ob sie, geschuldet der Anwesenheit eines Mannes, womöglich sogar attraktiven Mannes, ihre Erregung zwischendurch nicht nur mit mir, sondern auch mit ihm verband?
Laura, die in meiner Phantasie plötzlich auf der Toilette verschwand, um ihren mittlerweile klitschnassen String auszuziehen, die, während sie ihn auszog, dachte, dass sie in Kürze ohne Höschen neben ihm saß, was ihrer Erregung nur noch mehr Auftrieb gab, was wiederum bei mir für den Gedanken sorgte, dass einzig er in den Genuss ihrer glatten Haare kam.
Spontansitzung hatte sie es genannt und begann zu überlegen, inwieweit ihre Spontansitzung wirklich spontan war. Die Vorstellung, dass beide seit Tagen womöglich sogar seit Wochen verabredet waren und Laura nur deshalb beim Friseur war, um ihm bestmöglich zu gefallen, was nüchtern betrachtet absolut legitim war, schließlich entschied jeder Kundentermin über Erfolg oder Misserfolg.

Noch immer keine Nachricht von ihr, dachte ich, als mir plötzlich Bilder vergangener Beziehungen durch den Kopf schossen. Bilder, auf denen meine Ex-Freundinnen allesamt top gestylt vom Friseur kamen. Die mich allesamt auf Abstand gehalten hatten, wohl um ihr prinzessinnenhaftes Erscheinungsbild bis zum Schlafengehen nicht gefährden zu wollen. Typisch Frau, dachte ich und versuchte mich damit abzufinden, dass es bei Laura offenbar nicht anders war.
Nur noch vier Tage bis wir uns wieder sahen. Ich war mir sicher, dass nach dieser Zeit von ihren glatten Haaren nicht mehr viel übrig war, dass mir letzten Endes nur das Foto von heute Nachmittag sowie die Bilder später während des Skypens blieben. Nervös schaute ich auf das Handy. In dieser Minute hatten wir es 22.29 Uhr!

„Sorry, mein Schatz. Ist gestern Abend spät geworden. Er hat mich noch zum Essen einladen. Wollte Dich nicht mehr stören, weshalb ich mich nicht mehr bei Dir gemeldet habe. Kuss.“

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